Scientific congresses – Zukunftssymposium in der Hofburg

Am 28. April hielt die HOFBURG Vienna zusammen mit dem Vienna Convention Bureau, anlässlich des 50. (Hofburg) bzw. 40. (VCB) Geburtstages das Zukunftssymposium „Scientific congresses 2020 – A look into the future“ ab.
Immer wieder beeindruckend ist der große Redoutensaal der Hofburg – und es gibt wahrscheinlich nicht viele Räumlichkeiten, wo Traditionelles und Zukünftiges eine so gelungene Symbiose bilden können.
Ohne Vergangenheit keine Zukunft, auch deshalb passte der Kongress hervorragend in die Hofburg.

Reihe Oben v. l. n. r. - Elling Hamso, Peter Baierl, Ib Raven, Wolf-Dieter Baumgartner, Christian Mutschlechner; brsitzend - Kurt Nagel, Isabelle Bardinet, Renate J. Danler

Reihe Oben v. l. n. r. - Elling Hamso, Peter Baierl, Ib Raven, Wolf-Dieter Baumgartner, Christian Mutschlechner; sitzend - Kurt Nagel, Isabelle Bardinet, Renate J. Danler

Es waren sehr interessante Theorien zu hören, z. B. meinte Elling Hamso aus Norwegen (Managing Partner of European Event ROI) in seinem Vortrag „We can measure roi, but what is the return for the millennial generation and where must we therefore make our investment?“, dass es für den Kongresstourismus notwendig sein wird, sich auf die Gepflogenheiten der Generation Millenials einzustellen, da diese Generation in Zukunft Kongresse besuchen und auch organisieren wird.

Elling Hamso, Managing Partner of European Event ROI (Norwegen)

Elling Hamso, Managing Partner of European Event ROI (Norwegen)

Eine wirklich große Herausforderung!
Denn da prallen sehr große (Generations)Gegensätze aufeinander. Die Generation, die momentan “am Ruder” ist, hat noch von ihren Vorgängern gelernt und wollte den Jungen alles weitergeben. Nun soll diese Generation teilweise von den Jungen lernen – das wird manches Ego überfordern. Es ist sicher für „traditionelle“ Manager schwer nachvollziehbar, dass Zukünftige Kommunikationswege auch über Facebook“, “twitter” & Co laufen werden, noch dazu schneller und somit viel effektiver als über herkömmliche Wege.

Natürlich wurden auch die üblichen Bedenken besprochen, wie die Verletzung der Privatsphäre und die Folgen, wenn junge Menschen zu viel von sich preisgeben. Das sind definitiv die negativen Auswirkungen vom „Mitmachweb“ Web 2.0.

Auch der Vortrag des Österreichers Peter Baierl (CEO of European Society of Radiology – „Web 4.0, Third life, mirror book – the personal handshake in a technology driven world“) war für manche Teilnehmer sicher etwas provokant und revolutionär und teilweise nicht nachvollziehbar – er selbst ist mit manchen Entwicklungen offensichtlich auch nicht ganz einverstanden.
Nach seiner Theorie kann sich der Kongresstourismus zu einem Teil auch in das Web verlagern, z. B. mit Web-Kongressen – eine tolle Sache für kleine Firmen, in denen die Mitarbeiter am Arbeitsplatz unabkömmlich sind oder sich die Kosten von Hotelzimmern und dergleichen ersparen wollen. Wir haben das schon ausprobiert und es hat sehr viele Vorteile, einen Web-Kongress oder ein Webinar vom Laptop aus zu verfolgen. Andererseits werden auf Kongressen immer wieder neue Kontakte geknüpft und der Spaß beim Kennenlernen neuer Menschen bleibt definitiv auf der Strecke.
Interessante Möglichkeiten sieht Herr Baierl im sogenannten Semantic Web. Das bedeutet, das Internet erkennt selbstständig, welche Vorlieben der Kongressteilnehmer hat und macht dementsprechende Vorschläge (simpel ausgedrückt).

Peter Baierl, CEO of European Society of Radiology (Österreich)

Peter Baierl, CEO of European Society of Radiology (Österreich)

Natürlich waren auch die Vorträge von Isabelle Bardinet (Congress Director of European Society of Cardiology) aus Frankreich, Kurt Nagel (Owner and CEO of KUNA Consult aus der Schweiz, Wolf-Dieter Baumgartner (University Professor of the Medical University Vienna) aus Österreich und Ib Raven (Ass. Professor of the Danish School of Education) aus Dänemark durchwegs interessant.

Mein Eindruck dieser Veranstaltung war, dass sich die Erde immer schneller dreht, dabei sind mehr als 1.600 km/h (Äquator) doch schon schnell genug. ;-) Der gesamte Kongresstourismus steht vor großen Herausforderungen und wird sich an manche neue Entwicklung anpassen müssen, dabei muss die richtige Richtung eingeschlagen werden, was eine Herausforderung für sich ist. Viele Variablen, mit einer großen Konstanten – ohne Internet geht gar nichts mehr und das freut mich wiederum :-)

Speziellen Dank an Frau Mag. Danler (Hofburg Vienna) und Christian Mutschlechner (Vienna Convention Bureau) für eine gelungene Veranstaltung.

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