Online-Plattformen für Event Dienstleister – wozu?
Es war einmal…
20 Jahre ist es her, dass in Österreich die ersten Computer an das Internet angeschlossen wurden. 20 Jahre! Das ist nicht besonders lange. Vor ziemlich genau 20 Jahren war ich alleine für einige Monate in Australien unterwegs. Ich kann mich gut daran erinnern, wie schwer es für meine Mutter war, oft ein ganzes Monat oder länger nichts von ihrem geliebten Sohn zu hören, obwohl sie noch einen zweiten Sohn hat.
Heute fahren Reisende um die ganze Welt und lassen uns via Blog alle paar Tage wissen, wo sie sind und was sie gerade machen. Freunde können ihren Senf zu Berichten über das Erlebte abgeben und Urlaubsfotos fast in Echtzeit via Facebook oder Twitter bewundern und bewerten.
Ich bin sehr froh, dass vor 20 Jahren kein Internet verfügbar war!
Die erlebte Einsamkeit und der Zwang zur Kommunikation mit “Wildfremden” (weil sonst noch einsamer), aber nicht mit jedem Deppen (weil sonst wird man selbst zum Deppen), hat sehr zu meiner persönlichen Entwicklung beigetragen.
Heute verdiene ich mein Geld mit dem Internet und ich kann mir kein berufliches Leben mehr ohne Internet vorstellen. Aber privat bin ich sehr gerne „offline“.

Große Location Auswahl auf Online-Plattformen
Keine Location ohne Internet
Online-Plattformen gehören zu den „Auswüchsen“, die das Internet hervorgebracht hat.
Ich möchte kurz beschreiben, was Online Plattformen können sollten. Und was sie nicht können. Und zwar speziell für die Event-Branche:
Anders als in der Tourismus-Industrie ist der Zugang der Eventbranche zum Thema Internet und damit auch zu Online-Plattformen, nicht ganz so stark ausgeprägt. Zwar hat so ziemlich jede Location eine Website, aber zusätzlich Geld oder Zeit ins Internet investieren ist dann doch nicht mehr so wichtig. Viele Hotels investieren in Buchungsplattformen (Zimmerbuchung), die oft sehr gut funktionieren. Aber Internet und Veranstaltungen, das ist schon nicht mehr so gängig. Dabei sind Veranstalter und Event-Planer eine sehr interessante und auch lukrative Zielgruppe.
Eigentlich wollte ich ein paar Plattformen testen und hier aufzählen. Ich habe mich anders entschieden, weil es wahnsinnig viele Plattformen gibt und es daher zu zeitaufwändig wäre.
Deshalb gibt’s von mir ein paar Punkte – was also eine Online Plattform im Event-Bereich auf jeden Fall können muss und was nicht:
Was können Online-Plattformen für die Event-Branche tun?
- Konkrete Buchungen durchführen
Das ist zwar am leichtesten kontrollier- und messbar, aber anders als bei Hotelzimmer-Buchungen ist eine konkrete Buchung über Online Plattformen eher nicht die Norm. Locations werden von Veranstaltern eigentlich immer vorher besichtigt. - Kontaktdaten der Zielgruppe erhalten
Buchungs-Anfragen sind da schon eher die Norm. Veranstalter stellen eine Buchungsanfrage meist an mehrere unterschiedliche Locations – die Kontaktdaten sind immer dabei. Je nach Reaktion der Location kann dieser Kontakt zu einem späteren Zeitpunkt eine Buchung generieren. - Top-Positionen bei den Suchmaschinen
Suchmaschinen auf sich aufmerksam zu machen, dieser Job ernährt mittlerweile sehr viele Menschen. Es erfordert Zeit und VIEL Geld. Professionelle Plattformen erreichen sehr oft vordere Plätze mit speziellen Keywords, die einzelne Firmen aus der Eventbranche nie erreichen werden. Beispielsweise erreichte die Location Plattform platzpirsch.at mit fast 1.100 unterschiedlichen Keywords bzw. Keyword Kombinationen die 1. Seite von Google, innerhalb eines Monats (Top 10 Plazierungen bei Google) – ein bisschen Eigenwerbung sei gestattet.
- Permanenter Kontakt zur Zielgruppe
Professionelle Veranstalter suchen ständig nach neuen Locations, neuen Event-Dienstleistern, Caterern, Technik-Verleihern, … – kurz: IDEEN.
…und zwar unterschiedliche Ideen, nicht nur von einer Location, Deko-Firma,… - Online-Trends automatisch mitmachen
Blog, Facebook, Twitter – diese Online Trends werden normalerweise von Online-Plattformen genutzt, weil diese Social-Media-Kanäle sehr gut geeignet sind, um die Branche zu beobachten und selbst News zu veröffentlichen. - Angebote veröffentlichen
Auf vielen Plattformen können Angebote oder Bilder selbst veröffentlicht bzw. aktualisiert werden. Angebote werden oft auch zusätzlich über Social Media Kanäle veröffentlicht.
Was können Online Plattformen für die Event-Branche NICHT tun?
- Garantierte Buchungen versprechen
Online Plattformen können auf keinen Fall garantieren, dass konkrete Buchungen zustande kommen. Das ist meiner Ansicht nach nicht seriös. - Kunden akquirieren
Online Plattformen können auch nicht gezielt Kunden akquirieren. Das muss jede Firma für sich selbst erledigen.
Wir haben vor einiger Zeit eine Online-Umfrage unter Event-, PR- und Werbe-Agenturen gemacht. Eines der interessantesten Ergebnisse ist, dass fast 100 % der Agenturen das Internet als wichtigste Quelle für Recherchen angeben. Auch interessant ist, dass fast 90 % spezielle Plattformen in die Recherche mit einbeziehen.
Das Internet und Online-Plattformen sind für die Eventbranche nicht mehr zu ersetzen. Speziell als Recherche-Tool sind spezialisierte Online-Plattformen unverzichtbar geworden. Auch wenn Google sicher alle Locations, Technik-Verleiher, Caterer, u.s.w. auflistet, ist es doch fraglich, ob Veranstalter genau das richtige finden.
Google macht zwar das Suchen einfacher, das Finden haben die Googler aber nicht erfunden.
